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Cheikhou Bâs Migrations

12.01.2017 - 15.02.2017

 

Cheikhou Bâ verwendet verschiedene Techniken, wie z.B. Collage und leuchtende Farben auf großen Leinwänden, um Migrationen zu zelebrieren, das Thema seiner Einzelausstellung bei Semaphore.

Gemäß dem senegalesischen Künstler ist Migration – ‚Lebewesen, die sich von einem Ort zum anderen bewegen‘ – vor allem ein ‚natürliches Phänomen‘. Die Ursachen dieser Bewegungen können ‚bewusster oder instinktiver Natur‘ sein. Bâ hebt die Rolle des Instinkts hervor, weil er das menschliche Bedürfnis, andere Gegenden zu entdecken und zu bevölkern teilweise mit den Migrationsbewegungen von Tieren vergleicht.

In einer Welt, die durch Grenzen geteilt ist, wird die menschliche Migration, ob freiwillig oder unwillkürlich, durch Regeln eingeschränkt, welche die Bewegungsfreiheit unterdrücken.

Der Künstler betont:

Worte wie Emigration, Immigration, Exodus und Exil können mit Freude assoziiert werden, aber in den meisten Fällen erinnern sie an die Traurigkeit, die mit der Migration verbunden ist.

In seinen Werken äußert Bâ jedoch keine Kritik an solchen Beschränkungen, sondern hebt vielmehr die positiven Aspekte der Migration und deren Auswirkungen hervor.

Die Gemälde sind ‚hybride und gemischte‘ Werke. Leinwand- und Pappstreifen sind neben die originale Struktur gestellt und / oder überlagern diese. Bâ verwendet Öl- und Acrylfarben und auch Schreibmittel wie Kreide.

Er erklärt:

Alle Bilder setzen sich aus gemischten Materialien zusammen, aus verschiedenen Teilen, die zum ‚Original‘ hinzugefügt werden, um sich gegenseitig zu bereichern. Das führt zu einer Art optischer Täuschung, die an ‚Uni-Polyptychen‘ erinnert.

Dabei handelt es sich nicht um Polyptychen – Werke, die aus mehreren, separaten und miteinander verbundenen Tafeln bestehen –, sondern um sogenannte Uni-Polyptychen, d.h. aus mannigfaltigen Teilen zusammengefügte Werke, deren unterschiedliche Elemente sich schwer voneinander unterscheiden und in Zugehörigkeitskategorien einteilen lassen. Das entspricht modernen Gesellschaften, die durch Migrationen aller Art bereichert werden, wo Individuen und Gemeinschaften mehr als die Summe ihrer einzelnen Identitäten sind.

Die Verwendung des pointillistischen Malstils verweist ebenfalls auf das Thema dieser Serie. Die verschiedenfarbigen Partikel erinnern an Gruppen oder Menschenmengen. In manchen Bildern sieht es so aus, als würden Bündel leuchtender Punkte an einfarbigen Bereichen angeschwemmt werden. Symbolisieren diese Flächen Gebiete, die nach und nach besiedelt werden, verbotene Bezirke oder feindliche Wüsten? Gemäß dem Künstler ‚spielen sie nicht nur eine rein kompositionelle Rolle, sondern fungieren auch als Darstellung der globalen Demographie und Kartographie.‘

Mit diesem euphorischen Fest der Farben und Formen könnte Bâ einer jener glücklichen Menschen sein, die er mit den folgenden Worten beschreibt: ‚[sie] schöpfen Licht aus der Dunkelheit, Freude aus der Bitterkeit, Hoffnung aus dem Verlust [und schaffen] Gelassenheit aus der Enttäuschung, Großzügigkeit aus der Not...‘

 

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